Das Maimarktgelände in Mannheim verwandelte sich erneut in einen Pilgerort für deutschsprachige Hip-Hop-Fans. Zum vierten Mal ging dort das Süd:Süd Fest über die Bühne – ein Festival, das von OG Keemo gemeinsam mit seinem besten Freund und Produzenten Funkvater Frank ins Leben gerufen wurde und sich inzwischen als feste Größe innerhalb der deutschen Rap-Landschaft etabliert hat.
Schon im Vorfeld zeichnete sich die Relevanz der Veranstaltung ab: Das Festival war restlos ausverkauft, rund 5.000 Besucher reisten aus dem gesamten Bundesland nach Mannheim. Das Süd:Süd Fest verzichtet auf ein überladenes Line-up und setzt stattdessen auf eine bewusst kuratierte Auswahl an Künstlern, die sowohl OG Keemos musikalisches Umfeld als auch den gegenwärtigen Zustand der Szene widerspiegeln. Vor dem Palastzelt auf dem Maimarktgelände wurde dafür eine zweite, kleinere Bühne aufgebaut. Dort traten unter anderem der Mannheimer Lelosa, Ruski53, Eurothug – eng verbunden mit Frankys Label Funkloch – sowie Nizi19 auf, der ebenso wie Eurothug vom selben Management betreut wird. Sie gestalteten das Vorprogramm und heizten dem Publikum bereits ein, bevor OG Keemo die große Bühne im Palastzelt betrat
Auch in diesem Jahr lag der Fokus klar auf Live-Performances, unmittelbarer Nähe zwischen Publikum und Künstlern sowie einer intensiven Atmosphäre. Dadurch wirkte das Festival weniger wie ein Großevent, sondern vielmehr wie ein gemeinschaftliches Erlebnis nur mit Moshpits. Besonders deutlich wurde das bei der Überraschungsperformance von Ramzey auf der kleinen Bühne: Er hielt sich kaum auf der Bühne auf, sondern suchte stattdessen direkt die Nähe zum Publikum. Teilweise performte er sogar auf einem Oldtimer, der neben der Bühne als Teil des Bühnendesigns platziert war. OG Keemo bildete schließlich den Höhepunkt des Abends auf der großen Bühne im Zelt. Ergänzt wurde seine Show durch zahlreiche Gastauftritte aus seinem musikalischen Umfeld, darunter Shindy, reezy, Gianni Suave, Souly, JACE, Schmyt, Sumpa und KALIM.
Der Festivaltag war von sommerlichen Temperaturen um die 35 Grad geprägt. Trotz – oder gerade wegen – der Hitze entwickelte sich im Palastzelt eine dichte, energiegeladene Stimmung. Das Publikum zeigte sich, wie typisch für ein OG-Keemo-Konzert, textsicher und lautstark, besonders während seines Auftritts.
Damit bestätigte das Süd:Süd Fest nicht nur OG Keemos Stellung innerhalb der deutschen Rap-Szene, sondern auch seine Fähigkeit, einen Raum zu schaffen, in dem Musik, Publikum und Haltung aufeinandertreffen. Das nächste Süd:Süd Fest steht bereits fest: Am 13. Juni 2026 kehrt das Festival nach Mannheim zurück - dann heißt es erneut „Fieber“.
Hier geht's zu Beitrag eins und zwei der Festival-Fotos und -Videos – fragt uns nicht warum, aber auf Insta mussten wir den Inhalt auf zwei Beiträge aufteilen.